Woran glaubst du? (Teil 1/3)

Seit Menschen begonnen haben, über sich selbst nachzudenken, sind die „großen“ bewegenden Fragen des Lebens stets die gleichen: Wer bin ich? Wo komme ich her? Was soll ich hier? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es einen freien Willen? Wie entsteht Leid und wie kann es überwunden werden? Wie gelingt es mir, glücklich zu sein?

Vielleicht neigst du nicht zum Philosopieren und bist eher mit den Alltagsfragen beschäftigt. Wie kann ich meine Rechnungen bezahlen? Wann finde ich meinen Traumpartner? Warum verstehen mich meine Eltern nicht? Gibt es eine Alternative zu meinem öden Job? – Fragen in dieser Richtung…

Über kurz oder lang wirst du nicht drum herum kommen, dich mit dem zu beschäftigen, an was du glaubst. Wenn du den Mangel (an Geld, Anerkennung, Sicherheit, Liebe, …) nicht loswirst. Wenn du erkennst, dass deine Beziehungen immer nach demselben Muster scheitern. Wenn du dich deinen Eltern gegenüber wider besseren Wissens auch als Erwachsener wie ein kleines Kind verhältst. Wenn du weißt, was du im Arbeitsleben nicht willst, aber keine Ahnung hast, was du willst…

Irgendwann wirst du dich fragen, was das alles soll und ob das, was du (er)lebst schon alles gewesen ist.

Also, an was glaubst du? Was ist dein wahres Wesen? Gibt es ein Leben vor der Geburt und nach dem Tod? Was sind Sinn und Zweck deines Daseins? Wie entsteht Leid? Ist es für dich möglich, glücklich zu sein und zu bleiben?

Was haben dir deine Familie, deine Lehrer, die Gesellschaft um dich herum vermittelt? So wie ich es sehe, hast du, wenn wir es auf den Kern reduzieren,   drei verschiedene Möglichkeiten, das Leben zu betrachten.
Und falls du an dieser Stelle einwirfst, dass du an gar nichts glaubst… Vergiss es! Du kannst nicht nicht denken und kannst nicht an nichts glauben. Vielleicht bemerkst du deine Gedanken und Überzeugungen nicht. Du kennst sie nicht, weil du dir nicht zuhörst, weil sie in deinem Unterbewusstsein schlummern, weil dir nie jemand beigebracht hat, deine Gedanken bewusst zu beobachten. Aber solange du nicht hirntot bist (oder vielleicht ein absoluter Meister der Meditation), denkst du. Und solange du deine Gedanken nicht überprüfst, wirken deine tiefsten Überzeugungen und Glaubenssätze, ob du es mitbekommst oder nicht.
Wählst du dein Weltbild nicht bewusst, glaubst du automatisch (unbewusst) das, was du von deiner Umwelt übernommen hast, das heißt, das, was deine Eltern, Großeltern, Lehrer, die Medien dir vermittelt haben.

Ein kurzes Beispiel: Als du ganz klein warst und gerade sprechen gelernt hast, haben deine Eltern dir die Welt erklärt. Sie haben dir gezeigt und gesagt „Das ist ein Baum. Der Himmel ist blau. Das ist der Mond und das die Sonne. Hunde bellen.“ Usw. Als kleines Kind war das, was deine Eltern sagten, für dich ganz selbstverständlich die absolute Wahrheit. Daher weißt du heute, was ein Baum ist, wie die Sonne aussieht und dass Hunde bellen und nicht wiehern.
Kinder haben ein ganz feines Gespür dafür, was um sie herum passiert. Deshalb hast du auch das aufgenommen und geglaubt, was deine Eltern vielleicht gar nicht ausgesprochen haben, wovon sie aber absolut überzeugt waren (und vielleicht noch sind). Das können Gedanken sein wie zum Beispiel: „Das Leben ist schwer.“,  „Auf Männer kann man sich nicht verlassen.“, „Frauen sind das schwache Geschlecht.“, „Liebe muss man sich verdienen.“

Kommt dir das bekannt vor? Du hast zu allem eine Meinung! Über dich selbst, über Frauen, über Männer, über Beziehungen, Über Geld, Erfolg, Gesundheit und Krankheit, Gefühle, … , über den Sinn des Lebens.
Das heißt, tief in dir glaubst du an etwas und hast eine Meinung dazu, ob es einen Sinn im Leben gibt oder nicht. Entweder, weil du dich bewusst damit beschäftigt hast oder weil du unbewusst das übernommen hast, was deine engsten Mitmenschen dir vermittelt haben.

Vielleicht hast du Lust, deine Gedanken dazu mit mir zu teilen, bevor du weiter liest.

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2 Gedanken zu “Woran glaubst du? (Teil 1/3)

  1. Huhu…Ein Blog? Cool!
    09.41 Uhr und ich sitze beim Frühstück und Blogge… wer hätte das Gedacht😊

    Das Leben kann so schön sein… Musste ich mit schrecken und einigen inneren Wiederständen feststellen (oder auch feststellen lassen;-))! Heisst ja nicht, dass ich schon fertig damit bin.

    Gibts nen tieferen Sinn? Haben wir eine Aufgabe auf dieser Welt, in diesem Leben?

    Interessante Fragen! Ich denke schon, dass es für die Menschheit und somit auch für mich, mehr in diesem Leben gibt als nur zu „Robotten“, den ständigen Machtkampf in der Arbeit, im Sport oder in einer Beziehung führen zu müssen.

    Aber ja, man wird schon von Anfang an geprägt mit Ansichten und Wahrheiten einiger weniger (Eltern, Lehrer, Medien). Aber dass für einen selbst zu erkennen ist, wenn man mal in diesem Sumpf drinnen ist, nicht grade einfach und ist auch selten erwünscht. Es heist ja so schön, dass die Menschheit im Wandel wäre… Das mag schon sein… Aber das erkennen auch diejenigen wenigen, denen das nicht recht ist.
    Heutzutage wird doch mit der Angst der Menschen gespielt um die Geister klein zu halten.
    Mein Schatzi und ich haben aber festgestellt, dass das Vorleben besser funktioniert als das Überzeugen durch Worte.

    Na gut! Soviel erst mal dazu. Das ganze ist natürlich viel umfangreicher.

    Bis dahin…

    Gefällt 1 Person

    1. Mike, wie schön, dass du dir die Zeit zum Lesen und Antworten genommen hast! Danke 🙂
      Und jep, es wird mit der Angst gespielt und diejenigen, die davon profitieren, dass ängstliche Menschen angepasster und besser zu lenken sind, geben alles, damit möglichst wenige sich auf die Suche nach Wahrheit und Eigenverantwortung machen. Aber es bleibt ja unsere Entscheidung, ob wir da mitspielen!

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