Zweifel am Zweifel?! (2/2)

Möglicherweise hat „Lara“ auf meine Fragen betroffen oder mit verärgerter Schnappatmung reagiert.  – Manchmal schadet eine freundliche Provokation nichts, um ein gut geöltes Hamsterrad einen Moment lang anzuhalten.

Ich halte das Festhalten an der Überzeugung, man sei nicht gut genug, um geliebt zu werden letztendlich für eine ungesunde Gewohnheit. Wahrscheinlich sind wir ein Leben lang damit beschäftigt, diese Gewohnheit aufzugeben und zu lernen uns selbst immer tiefer und umfassender zu lieben.  Weiterlesen „Zweifel am Zweifel?! (2/2)“

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Zweifel am Zweifel?! (1/2)

In meinem letzten Beitrag habe ich selig über all die tollen Menschen geschrieben, die mir begegnen. Tragischerweise sehen das die wenigstens genauso, wie toll sie sind. Im Gegenteil. Mir fallen sofort mehrere Frauen ein, denen ich letzte Woche gegenüber saß und entgeistert zugehört habe, wie abwertend sie von sich selbst reden.

Eine Frau verzaubert mich jedes Mal, wenn sie zur Tür rein kommt. Ich finde sie umwerfend schön, sie ist sehr aufmerksam, lieb, ehrlich, fleißig, kann über sich selbst lachen und hat (inzwischen) klare Werte. An einer anderen Frau liebe ich ihren großartigen Humor, ihre scharfsinnige Intelligenz, ihren Mut, die Disziplin, mit der sie an der Umprogrammierung hemmender Glaubenssätze dranbleibt, auch wenn es oft hart ist und, wenn sie sie denn mal zulässt, ihre wunderschöne weiche, sanfte Seite. Ich könnte weiter aufzählen, was ich an den einzelnen Menschen schätze, schön, liebenswert finde. Aber darum geht es heute nicht. Mir geht es darum, dass sie das selbst nicht sehen bzw. nicht glauben.  Weiterlesen „Zweifel am Zweifel?! (1/2)“

Siehst du die Geschenke?

Heute kam ich nach einem sehr langen Tag selig nach Hause, dankbar für viele herzliche Begegnungen mit tollen Menschen. Meine Familie habe ich nur beim Frühstück gesehen, abends schlafen schon alle, so dass ich in Ruhe den Tag noch einmal durchgehen kann.

Mein Mann und ich haben beim Frühstück viel gelacht, unsere Kinder sind frisch aus dem Bett, noch herrlich schlafwarmkuschelig, sowieso zum Knutschen.  Unser Jüngster wurde beim Ankommen im Kindergarten so lieb und persönlich begrüßt wie jeden Tag. Er ist nicht nur eine Nummer auf der Liste der ankommenden Kinder, er wird gesehen. Was für tolle Erzieherinnen, die sich jeden Tag aufs Neue auf die Kinder einlassen! Ich weiß nicht, wie ihr Morgen war, ob sie einen guten Start in den Tag hatten oder ob sie gerade Sorgen quälen, ich sehe nur, dass mein Kind mit einem echten, herzlichen Lächeln und Handschlag willkommen geheißen wird. Dankbar darüber kann ich beruhigt gehen, weil ich weiß, unser Sohn ist dort gut aufgehoben.    Weiterlesen „Siehst du die Geschenke?“

Eine Frage der Wahrnehmung

Die Idee dieses Blogs gibt es schon ein paar Monate. Mit den ersten Gedanken, mich mit meinen Texten zu zeigen, mich vor einer größeren Öffentlichkeit schriftlich „nackt“ zu machen, ohne an Mimik und Gestik die Reaktion meines Gegenübers erkennen zu können, kamen Stress, Angst und Vermeidungsstrategien.

Mögliche Kritik von dir, meinem Leser, hält mich dabei am wenigsten ab, damit kann ich umgehen und durch Verbesserungsimpulse lerne ich gerne.

Drei Punkte haben mir Angst gemacht:

  1. Was ist, wenn du meine Texte völlig anders verstehst als ich sie meine, du „falsche“ Schlüsse daraus ziehst und die Texte mehr schaden als nutzen?
  2. Verrate ich meinen Mann und unsere Kinder, wenn ich unser Leben öffentlich ins Internet stelle?
  3.  Aaaaaaaaah… schaffe ich es, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden oder umgibt mich jetzt jeden Tag eine „Du bist nicht gut genug“ -Wolke?

Ich möchte wachsen, meine Wahrnehmung erweitern, mutig sein und mich nicht vor meinen Ängsten zurückziehen, um mich in einer kleinen, pupswarmen Komfortzone mit Altbekanntem zufrieden zu geben. Die besten Erlebnisse in den letzten Jahren waren häufig die Folge davon, dass ich mich meinen Ängsten gestellt, Grenzen erweitert und einengende Überzeugungen überwunden habe. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die Ärmel hochzukrempeln, die Krone zurechtzurücken und die schlauen Dinge, die ich anderen Menschen erzähle, bei mir selbst anzuwenden.

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Kinderfragen

Seit den Anschlägen  in Paris ist eine Woche vergangen. Wir haben seit 10 Jahren keinen Fernsehanschluss mehr, Radio höre ich nur ab und zu im Auto und Tageszeitungen lesen wir auch nicht. Ich informiere mich im Internet. Das heißt, unsere Kinder hören und sehen keine Nachrichten.

Es ist nicht so, dass wir unseren Kids vorgaukeln wollen, es gäbe keine Kriege, Kämpfe, Wirtschaftskrisen usw. Mir gefällt nur die einseitige Art der Berichterstattung nicht, die in der Regel Katastrophen ausruft, nach Schuldigen sucht, schwarz-weiß in böse Täter und arme Opfer unterteilt und damit vor allem Ängste und Ohnmacht schürt.

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Wieviel kann ein Mensch aushalten?

Durch meine Arbeit kenne ich inzwischen menschliche Abgründe in jede Richtung und bin echt schwer zu schockieren. Mir haben Menschen erzählt, wie sie als Kind grün und blau geprügelt wurden bis die Stöcke brachen, wie sie wiederholt missbraucht, vergewaltigt, ausgesetzt und tief gedemütigt wurden. Heute habe ich mich mit einer Frau unterhalten, deren Leben bisher an Sadismus kaum zu überbieten ist und an vielen Punkten meine Vorstellung von Grausamkeit übertrifft.

Warum schreibe ich dir das? Weiterlesen „Wieviel kann ein Mensch aushalten?“