Selbstbehauptung (2.2): Sich Grenzen erlauben

(Fortsetzung von 2.1)

Wenn die eigene Körperwahrnehmung so gut geschult ist, dass du erkennst, dass eine deiner Grenzen (gleich) erreicht ist, ist der nächste Schritt, dir selbst zu erlauben, diese Grenze auch zu setzen und zu vertreten. Das klingt vielleicht im ersten Moment banal und selbstverständlich, stellt aber im Alltag oft eine Herausforderung dar.

Auch das möchte ich dir am Beispiel einer der Übungen aus unseren Kursen zeigen: 2 Teilnehmer, Lara und Sina (*), stehen sich in einer Entfernung von mehreren Metern gegenüber. Lara bleibt stehen, schätzt zu Beginn ihre persönliche Grenze ein und kommuniziert diese. Wie weit darf Sina auf sie zukommen und wo ungefähr soll Sina stehenbleiben, damit sich Lara mit dem Abstand zwischen beiden noch wohl fühlt? Wenn Lara das Startzeichen gibt, geht Sina langsam auf sie zu, bereit, bei Laras „Stop“ sofort stehen zu bleiben.

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Zweifel am Zweifel?! (2/2)

Möglicherweise hat „Lara“ auf meine Fragen betroffen oder mit verärgerter Schnappatmung reagiert.  – Manchmal schadet eine freundliche Provokation nichts, um ein gut geöltes Hamsterrad einen Moment lang anzuhalten.

Ich halte das Festhalten an der Überzeugung, man sei nicht gut genug, um geliebt zu werden letztendlich für eine ungesunde Gewohnheit. Wahrscheinlich sind wir ein Leben lang damit beschäftigt, diese Gewohnheit aufzugeben und zu lernen uns selbst immer tiefer und umfassender zu lieben.  Weiterlesen „Zweifel am Zweifel?! (2/2)“

Zweifel am Zweifel?! (1/2)

In meinem letzten Beitrag habe ich selig über all die tollen Menschen geschrieben, die mir begegnen. Tragischerweise sehen das die wenigstens genauso, wie toll sie sind. Im Gegenteil. Mir fallen sofort mehrere Frauen ein, denen ich letzte Woche gegenüber saß und entgeistert zugehört habe, wie abwertend sie von sich selbst reden.

Eine Frau verzaubert mich jedes Mal, wenn sie zur Tür rein kommt. Ich finde sie umwerfend schön, sie ist sehr aufmerksam, lieb, ehrlich, fleißig, kann über sich selbst lachen und hat (inzwischen) klare Werte. An einer anderen Frau liebe ich ihren großartigen Humor, ihre scharfsinnige Intelligenz, ihren Mut, die Disziplin, mit der sie an der Umprogrammierung hemmender Glaubenssätze dranbleibt, auch wenn es oft hart ist und, wenn sie sie denn mal zulässt, ihre wunderschöne weiche, sanfte Seite. Ich könnte weiter aufzählen, was ich an den einzelnen Menschen schätze, schön, liebenswert finde. Aber darum geht es heute nicht. Mir geht es darum, dass sie das selbst nicht sehen bzw. nicht glauben.  Weiterlesen „Zweifel am Zweifel?! (1/2)“

Wie willst du dich fühlen?

Was ist dein Ziel im Leben?  Welcher Sinn treibt dich an?

Große Fragen, die für die meisten Menschen nicht mal eben aus dem Stegreif zu beantworten sind. Und doch ist es durchaus hilfreich, zu wissen, wofür man früh aufsteht 😉

Lass uns das bedeutungsschwangere Philosophieren verschieben und mit der Frage beginnen, wie du dich gerne fühlen möchtest. „Gut“ als Antwort reicht noch nicht, denn das ist ein bisschen unkonkret und wird sehr unterschiedlich definiert (das heißt, du bist mit dieser Antwort noch nicht wirklich schlauer).

Um eine befriedigerende Antwort zu finden, kannst du, wenn du Lust hast, folgende zwei Möglichkeiten probieren:         Weiterlesen „Wie willst du dich fühlen?“

Woran glaubst du? (Teil 3/3)

Hast du heraus gefunden, welches Weltbild du in deinem Unterbewusstsein abgespeichert hast? Bist du zu einem Ergebnis gekommen?

Macht dich deine Sicht der Welt glücklich? Fühlt sich das, woran du bisher geglaubt hast wahr an? Fühlt sich dein Herz leicht an, bringt dich deine Überzeugung zum Lächeln, lässt dich entspannt atmen und voller Vertrauen und Zuversicht auf deine Zukunft sehen?
Ich lade dich ein, aufmerksam zu beobachten, was die Vorstellung eines liebenden / strafenden / nicht vorhandenen Gottes in deinem Körper auslöst. Kannst du frei atmen oder bekommst du nur wenig Luft? Sind dein Kiefer, deine Schultern, deine Hände verkrampft oder locker und entspannt? Hast du ein angenehmes Gefühl im Bauch oder eher einen Stein im Magen, einen Kloß im Hals oder etwas anderes, was sich nach Druck anfühlt?
Spiel ruhig einmal alle drei Möglichkeiten aus und beobachte, mit welcher Vorstellung du dich am wohlsten fühlst.
Spürst du einen Unterschied?              Weiterlesen „Woran glaubst du? (Teil 3/3)“

Woran glaubst du (Teil 2/3)

Ich schrieb von drei möglichen Ansätzen, an die du glauben kannst. Auf den wesentlichen Kern reduziert meine ich:

Entweder du gehst davon aus, dass das Leben auf der Erde insgesamt und dein Leben im Speziellen eine tiefere Bedeutung hat, dass es einen großen, sinnvollen Zusammenhang gibt, in den deine Existenz eingebettet ist und eine höhere liebende Kraft, die das Ganze zusammenhält (Gott / Schöpfung / Quelle / Bewusstsein – wie auch immer du diese Kraft nennen willst). Wenn es sinnvoll ist, was hier passiert – unabhängig davon, ob du den Sinn schon verstehst oder nicht -, kannst du dein Leben in Vertrauen, Freude, einer inneren Sicherheit und Geborgenheit führen. Fehler sind Erfahrungen, aus denen du lernen und die du korrigieren kannst.

Oder du gehst davon aus, dass es keine „höhere Macht“ gibt und das Leben auf Zufall und Willkür beruhen. Entwicklung heißt dann, dass der Stärkere überlebt und der Schwächere untergeht. Darwinismus. Dann musst du dafür sorgen, dass du zu den Starken gehörst, der oder die Beste bist. Du musst der beste Partner sein, um nicht betrogen oder verlassen zu werden. Du musst der beste im Job sein, um erfolgreich zu sein, nicht gekündigt zu werden und aufzusteigen. Du musst der/die beste Vater / Mutter / FreundIn / Kollege sein, um Anerkennung zu bekommen.  Kurz, du strengst dich mächtig an. Blöd nur, wenn dir das unkontrollierbare Pech in die Quere kommt und jemand anderes bessere Voraussetzungen hat als du, schöner, reicher, intelligenter ist. Du musst immer auf der Hut und auf mögliche Schicksalsschläge vorbereitet sein. Das führt zu einem Leben voller Kampf, Konkurrenz, Misstrauen, Angst und der krampfhaften Jagd nach Kontrolle.    Weiterlesen „Woran glaubst du (Teil 2/3)“

Woran glaubst du? (Teil 1/3)

Seit Menschen begonnen haben, über sich selbst nachzudenken, sind die „großen“ bewegenden Fragen des Lebens stets die gleichen: Wer bin ich? Wo komme ich her? Was soll ich hier? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es einen freien Willen? Wie entsteht Leid und wie kann es überwunden werden? Wie gelingt es mir, glücklich zu sein?

Vielleicht neigst du nicht zum Philosopieren und bist eher mit den Alltagsfragen beschäftigt. Wie kann ich meine Rechnungen bezahlen? Wann finde ich meinen Traumpartner? Warum verstehen mich meine Eltern nicht? Gibt es eine Alternative zu meinem öden Job? – Fragen in dieser Richtung…

Über kurz oder lang wirst du nicht drum herum kommen, dich mit dem zu beschäftigen, an was du glaubst. Wenn du den Mangel (an Geld, Anerkennung, Sicherheit, Liebe, …) nicht loswirst. Wenn du erkennst, dass deine Beziehungen immer nach demselben Muster scheitern. Wenn du dich deinen Eltern gegenüber wider besseren Wissens auch als Erwachsener wie ein kleines Kind verhältst. Wenn du weißt, was du im Arbeitsleben nicht willst, aber keine Ahnung hast, was du willst…

Irgendwann wirst du dich fragen, was das alles soll und ob das, was du (er)lebst schon alles gewesen ist.

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