Eine Frage der Wahrnehmung

Die Idee dieses Blogs gibt es schon ein paar Monate. Mit den ersten Gedanken, mich mit meinen Texten zu zeigen, mich vor einer größeren Öffentlichkeit schriftlich „nackt“ zu machen, ohne an Mimik und Gestik die Reaktion meines Gegenübers erkennen zu können, kamen Stress, Angst und Vermeidungsstrategien.

Mögliche Kritik von dir, meinem Leser, hält mich dabei am wenigsten ab, damit kann ich umgehen und durch Verbesserungsimpulse lerne ich gerne.

Drei Punkte haben mir Angst gemacht:

  1. Was ist, wenn du meine Texte völlig anders verstehst als ich sie meine, du „falsche“ Schlüsse daraus ziehst und die Texte mehr schaden als nutzen?
  2. Verrate ich meinen Mann und unsere Kinder, wenn ich unser Leben öffentlich ins Internet stelle?
  3.  Aaaaaaaaah… schaffe ich es, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden oder umgibt mich jetzt jeden Tag eine „Du bist nicht gut genug“ -Wolke?

Ich möchte wachsen, meine Wahrnehmung erweitern, mutig sein und mich nicht vor meinen Ängsten zurückziehen, um mich in einer kleinen, pupswarmen Komfortzone mit Altbekanntem zufrieden zu geben. Die besten Erlebnisse in den letzten Jahren waren häufig die Folge davon, dass ich mich meinen Ängsten gestellt, Grenzen erweitert und einengende Überzeugungen überwunden habe. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die Ärmel hochzukrempeln, die Krone zurechtzurücken und die schlauen Dinge, die ich anderen Menschen erzähle, bei mir selbst anzuwenden.

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Kinderfragen

Seit den Anschlägen  in Paris ist eine Woche vergangen. Wir haben seit 10 Jahren keinen Fernsehanschluss mehr, Radio höre ich nur ab und zu im Auto und Tageszeitungen lesen wir auch nicht. Ich informiere mich im Internet. Das heißt, unsere Kinder hören und sehen keine Nachrichten.

Es ist nicht so, dass wir unseren Kids vorgaukeln wollen, es gäbe keine Kriege, Kämpfe, Wirtschaftskrisen usw. Mir gefällt nur die einseitige Art der Berichterstattung nicht, die in der Regel Katastrophen ausruft, nach Schuldigen sucht, schwarz-weiß in böse Täter und arme Opfer unterteilt und damit vor allem Ängste und Ohnmacht schürt.

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Wie willst du dich fühlen?

Was ist dein Ziel im Leben?  Welcher Sinn treibt dich an?

Große Fragen, die für die meisten Menschen nicht mal eben aus dem Stegreif zu beantworten sind. Und doch ist es durchaus hilfreich, zu wissen, wofür man früh aufsteht 😉

Lass uns das bedeutungsschwangere Philosophieren verschieben und mit der Frage beginnen, wie du dich gerne fühlen möchtest. „Gut“ als Antwort reicht noch nicht, denn das ist ein bisschen unkonkret und wird sehr unterschiedlich definiert (das heißt, du bist mit dieser Antwort noch nicht wirklich schlauer).

Um eine befriedigerende Antwort zu finden, kannst du, wenn du Lust hast, folgende zwei Möglichkeiten probieren:         Weiterlesen „Wie willst du dich fühlen?“

Woran glaubst du? (Teil 3/3)

Hast du heraus gefunden, welches Weltbild du in deinem Unterbewusstsein abgespeichert hast? Bist du zu einem Ergebnis gekommen?

Macht dich deine Sicht der Welt glücklich? Fühlt sich das, woran du bisher geglaubt hast wahr an? Fühlt sich dein Herz leicht an, bringt dich deine Überzeugung zum Lächeln, lässt dich entspannt atmen und voller Vertrauen und Zuversicht auf deine Zukunft sehen?
Ich lade dich ein, aufmerksam zu beobachten, was die Vorstellung eines liebenden / strafenden / nicht vorhandenen Gottes in deinem Körper auslöst. Kannst du frei atmen oder bekommst du nur wenig Luft? Sind dein Kiefer, deine Schultern, deine Hände verkrampft oder locker und entspannt? Hast du ein angenehmes Gefühl im Bauch oder eher einen Stein im Magen, einen Kloß im Hals oder etwas anderes, was sich nach Druck anfühlt?
Spiel ruhig einmal alle drei Möglichkeiten aus und beobachte, mit welcher Vorstellung du dich am wohlsten fühlst.
Spürst du einen Unterschied?              Weiterlesen „Woran glaubst du? (Teil 3/3)“

Woran glaubst du (Teil 2/3)

Ich schrieb von drei möglichen Ansätzen, an die du glauben kannst. Auf den wesentlichen Kern reduziert meine ich:

Entweder du gehst davon aus, dass das Leben auf der Erde insgesamt und dein Leben im Speziellen eine tiefere Bedeutung hat, dass es einen großen, sinnvollen Zusammenhang gibt, in den deine Existenz eingebettet ist und eine höhere liebende Kraft, die das Ganze zusammenhält (Gott / Schöpfung / Quelle / Bewusstsein – wie auch immer du diese Kraft nennen willst). Wenn es sinnvoll ist, was hier passiert – unabhängig davon, ob du den Sinn schon verstehst oder nicht -, kannst du dein Leben in Vertrauen, Freude, einer inneren Sicherheit und Geborgenheit führen. Fehler sind Erfahrungen, aus denen du lernen und die du korrigieren kannst.

Oder du gehst davon aus, dass es keine „höhere Macht“ gibt und das Leben auf Zufall und Willkür beruhen. Entwicklung heißt dann, dass der Stärkere überlebt und der Schwächere untergeht. Darwinismus. Dann musst du dafür sorgen, dass du zu den Starken gehörst, der oder die Beste bist. Du musst der beste Partner sein, um nicht betrogen oder verlassen zu werden. Du musst der beste im Job sein, um erfolgreich zu sein, nicht gekündigt zu werden und aufzusteigen. Du musst der/die beste Vater / Mutter / FreundIn / Kollege sein, um Anerkennung zu bekommen.  Kurz, du strengst dich mächtig an. Blöd nur, wenn dir das unkontrollierbare Pech in die Quere kommt und jemand anderes bessere Voraussetzungen hat als du, schöner, reicher, intelligenter ist. Du musst immer auf der Hut und auf mögliche Schicksalsschläge vorbereitet sein. Das führt zu einem Leben voller Kampf, Konkurrenz, Misstrauen, Angst und der krampfhaften Jagd nach Kontrolle.    Weiterlesen „Woran glaubst du (Teil 2/3)“

Woran glaubst du? (Teil 1/3)

Seit Menschen begonnen haben, über sich selbst nachzudenken, sind die „großen“ bewegenden Fragen des Lebens stets die gleichen: Wer bin ich? Wo komme ich her? Was soll ich hier? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es einen freien Willen? Wie entsteht Leid und wie kann es überwunden werden? Wie gelingt es mir, glücklich zu sein?

Vielleicht neigst du nicht zum Philosopieren und bist eher mit den Alltagsfragen beschäftigt. Wie kann ich meine Rechnungen bezahlen? Wann finde ich meinen Traumpartner? Warum verstehen mich meine Eltern nicht? Gibt es eine Alternative zu meinem öden Job? – Fragen in dieser Richtung…

Über kurz oder lang wirst du nicht drum herum kommen, dich mit dem zu beschäftigen, an was du glaubst. Wenn du den Mangel (an Geld, Anerkennung, Sicherheit, Liebe, …) nicht loswirst. Wenn du erkennst, dass deine Beziehungen immer nach demselben Muster scheitern. Wenn du dich deinen Eltern gegenüber wider besseren Wissens auch als Erwachsener wie ein kleines Kind verhältst. Wenn du weißt, was du im Arbeitsleben nicht willst, aber keine Ahnung hast, was du willst…

Irgendwann wirst du dich fragen, was das alles soll und ob das, was du (er)lebst schon alles gewesen ist.

Weiterlesen „Woran glaubst du? (Teil 1/3)“

Wieviel kann ein Mensch aushalten?

Durch meine Arbeit kenne ich inzwischen menschliche Abgründe in jede Richtung und bin echt schwer zu schockieren. Mir haben Menschen erzählt, wie sie als Kind grün und blau geprügelt wurden bis die Stöcke brachen, wie sie wiederholt missbraucht, vergewaltigt, ausgesetzt und tief gedemütigt wurden. Heute habe ich mich mit einer Frau unterhalten, deren Leben bisher an Sadismus kaum zu überbieten ist und an vielen Punkten meine Vorstellung von Grausamkeit übertrifft.

Warum schreibe ich dir das? Weiterlesen „Wieviel kann ein Mensch aushalten?“